Durst und häufiges Wasserlassen

Bei einem hohen Blutzuckerspiegel kann die Nierenschwelle überschritten werden. Das bedeutet, es befindet sich so viel Glukose (Traubenzucker) im Blut, dass die Nierenfilter überlastet sind. Die Glukose wird dann nicht im Körper zurückgehalten, sondern mit dem Urin ausgeschieden. Dort ist sie dann nachweisbar. Ist die Niere überlastet, wird Glukose mit dem Urin ausgeschieden. 

Der Urin ist beim stoffwechselgesunden Menschen normalerweise zuckerfrei. Erst ab einem Schwellenwert mit einer Blutzuckerhöhe von etwa 160 bis 180 mg/dl (8,9 bis 10 mmol/l) scheidet die Niere den im Übermaß schädlichen Zucker aus. Diese Nierenschwelle ist nicht bei jedem Menschen gleich hoch und steigt mit dem Alter. Wird erst bei einem Blutzucker über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) Zucker ausgeschieden, dann sind Harnzuckertests zur Kontrolle eines Diabetes nicht mehr aussagekräftig.

Um Glukose auszuscheiden, muss diese in sehr viel Flüssigkeit gelöst sein. Deshalb muss jemand, bei dem die Nierenschwelle überschritten wurde, häufig zur Toilette gehen und scheidet dort große Mengen Urin aus. Dies nennt man Polyurie. Weil aber die Flüssigkeit, die für diesen Vorgang verbraucht wird, dem Körper fehlt, hat der Betroffene dann starken Durst (Polydipsie).

Häufiges Wasserlassen und großer Durst sind die Folge.  Aufgrund des Flüssigkeitsverlustes kann es zu Kreislaufregulationsstörungen kommen, insbesondere mit Schwindelgefühl beim raschen Aufstehen aus dem Sitzen.

   © Gemeinschaftspraxis Dr. Sebastian / Bußmann, Bezirksamtsstr. 25, 67806 Rockenhausen