Hallux valgus

Der Hallux valgus (lat. valgus = krumm, schief) beschreibt die Schiefstellung der Großzehe im Grundgelenk nach außen hin. Die Sehen zu den Zehen verlaufen nicht mehr zentral über das Gelenk, sondern weiter innen und ziehen die Zehen in eine schiefe Position. Am dadurch hervortretenden Großzehenballen bilden sich häufig schmerzhafte Entzündungen durch den Druck des Schuhs. Man findet einen vergrößerten Winkel zwischen dem ersten Mittelfußstrahl und der Großzehe (Norm 10 Grad). Nicht selten sind im Röntgenbild Arthrosezeichen vorhanden. Neben einer nur in Ausnahmefällen nachzuweisenden erblichen Veranlagung werden zwei Ursachen für den Hallux valgus gesehen:

Spreizfuß: Durch das Einsinken des vorderen Quergewölbes beim Spreizfuß kommt es zu einer Verbreiterung des Ballenbereichs, einer falschen Winkelstellung und somit auch zu einer schiefen Zehenstellung.

Falsches Schuhwerk: Der natürliche und gesunde Fuß weist eine leichte Spreizung der Zehen zueinander auf. Diese wird verhindert durch das Tragen enger Schuhe und zu engen oder zu kurzen Strümpfen.

Stärkere Ausprägungen des Hallux valgus betreffen in erster Linie Frauen. Das rührt einerseits vom schwächeren Bindegewebe der Frau her, aber vor allem durch Damenschuhformen, die diese Fehlentwicklung stärker begünstigen, als die üblichen Herrenschuhe dies bei Männerfüßen verursachen. Drei Faktoren des Schuhwerks sind maßgeblich:

Die Absatzhöhe: Durch einen höheren Absatz (mehr als drei bis vier Zentimeter) tritt ein verstärkter Druck im Vorfußbereich auf. Das begünstigt einerseits die Spreizfußbildung, und andererseits werden dadurch die Zehen in die Schuhspitze gepresst.

Zu enge Schuhspitzen: Die Schuhspitzen sind häufig zu eng, um den Zehen den notwendigen Freiraum vor allem zur Seite, aber auch nach oben, zu gewähren. Dadurch werden diese in eine Fehlstellung gezwungen, die im Laufe der Zeit zu einer bleibenden Fehlstellung in den Fußgelenken führt. 

Zu kurze Schuhe: Sind die Schuhe zu kurz, werden die Zehen ebenfalls aus ihrer natürlichen Lage gedrängt, was nicht nur den Hallux valgus fördert, sondern auch zu Hammer- und Krallenzehen führt.

Kennt man die Ursachen, ist die Vorbeugungsstrategie eindeutig: Schuhe mit hohen Absätzen und zu enger Vorderkappe sollten nicht zu oft getragen werden. Die Füße beherbergen ein Viertel sämtlicher Knochen des menschlichen Körpers und sind extrem anpassungsfähig. Der Schuh für den Alltag soll niedrige Absätze und Freiraum für die Bewegung der Zehen haben. Ein fortgeschrittener Hallux valgus ist auf diese Weise nicht zu beseitigen oder zu verringern. Orthopädische Schuhe mit Spreizfußeinlagen können gegen die Schmerzen beim Gehen helfen. Eine einmal eingetretene deutliche Fehlstellung lässt sich nur durch eine Operation korrigieren. Diese ist im Falle von fortbestehenden Schmerzen angeraten. In Abhängigkeit von der Ausprägung des Hallux valgus und den bestehenden Beschwerden wird das entsprechende Verfahren gewählt.

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